VISA Kreditkarte

Kein Produkt hat die weltweiten Zahlungsgewohnheiten der Menschen so verändert, wie die Kreditkarte. Anstatt über die Mitnahme von ausreichendem Bargeld nachzudenken, bezahlen wir überall auf der Welt bequem mit einer Karte aus Kunststoff, die zudem noch Kredit gewährt. Was in Millionen von Geschäften, Restaurants und Hotels gilt, funktioniert auch im Internet, denn der überwiegende Anteil von Online-Zahlungen wird per Kreditkarte durchgeführt. Der Händler erhält so unmittelbare Sicherheit über die Zahlung und ist infolge dessen bereit, die Ware umgehend zu versenden.

International betrachtet sind es lediglich zwei große Unternehmen, die den Kreditkartenmarkt überzeugend abdecken. Hierbei handelt es sich um MasterCard und um die Visa Kreditkarten. Visa ist eine Abkürzung mit einem rekursiven Begriff und steht für Visa International Service Association. Mit der eigentlichen Zahlungsabwicklung hat das Unternehmen hierbei jedoch nichts zu tun: Stattdessen werden zum einen weltweit Lizenzen, die so genannten Issuing-Lizenzen, an Banken erteilt, die diese wiederum berechtigen, eigenständig die Visa Kreditkarte anzubieten. Zum anderen bestehen Verträge mit Unternehmen, die für die Abwicklung der Transaktionen und deren Abrechnung zuständig sind. Diese arbeiten im Rahmen von Acquiring-Lizenzen. Visa selber kümmert sich um die globale Vermarktung und Bewerbung der angebotenen Kartenprodukte. Dabei ist Visa Europe unabhängig von dem der weltweit operierenden Visa Inc. und wird von insgesamt 4.600 Mitgliedsbanken betrieben und verwaltet.

Geschichte der VISA Karte

Die Geschichte von Visa begann in den USA, wo im Jahr 1970 die National Bank Americard Inc. von insgesamt 243 Banken gegründet wurde, mit dem Ziel, eine Kreditkarte auf den Markt zu bringen, die zunächst Americard hieß. Im Jahr 1976 wurde der heutige Name Visa eingeführt, der Americard ersetzte. Während der deutsche Markt bis zum Jahr 1987 direkt durch die Bank of America betreut wurde, erwarb die Santander Direkt Bank 1987 die erste deutsche Visa Lizenz und brachte in der Folge eine eigene Visa Kreditkarte heraus. Weitere Banken folgten dem Beispiel und im Jahr 1995 erwarb der Deutsche Sparkassen- und Giroverband eine Mitgliedschaft. Aktuell sind es mehr als 2.000 Banken und Sparkassen, die in Deutschland eigene Visa Produkte anbieten.

Im Programm befinden sich Debit- und Kreditkarten, die jeweils mit unterschiedlichen Funktionen ausgestattet sind. Die klassische Visa Kreditkarte selber wird heutzutage von zahlreichen Banken und im Rahmen diverser Kooperationen angeboten. Debitkarten von Visa belasten unmittelbar das persönliche Girokonto und erlauben so die weltweite Bezahlung in Geschäften, die Abhebung von Bargeld an Geldautomaten und die Online-Zahlung per Internet, ohne dass hierzu eine Kreditkarte nötig ist. Darüber hinaus gibt es die Visa Electron, die auf die Bezahlung per Internet spezialisiert ist und die Prepaid Visa, eine Guthabenkarte mit Kreditkartenfunktion.

Visa ist in Europa stark verbreitet. Es befinden sich aktuell um die 350 Millionen Karten des Unternehmens im Umlauf, verteilt auf die Bereiche Kredit-, Debit- und Firmenkreditkarten. Der Gesamtumsatz im Jahr 2007 belief sich auf mehr als 1,3 Billionen Euro. Interessant ist dabei, dass insgesamt 11,4 Prozent aller auf den Handel bezogenen Zahlungen durch Verbraucher in Europa mit einer Visa Karte wurden.

Die Visa Kreditkarte bietet ihrem Inhaber ein hohes Maß an Flexibilität. Weltweit akzeptieren mehr als 24 Millionen Geschäfte, gastronomische Betriebe und Dienstleister die Zahlung per Visa. Hinzu kommen unzählige Möglichkeiten, die Visa Kreditkarte im Rahmen von Internet-Geschäften zu nutzen.